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Pulmonale Hypertonie (PH)

Management des Lungenhochdrucks: eine Erfolgsgeschichte der letzten 40 Jahre

Lungenhochdruck (PH) kann unterschiedlichste Ursachen haben und folglich auch unterschiedlichste Therapien erfordern. Von den vielen Formen der PH ist die chronisch thromboembolische pulmonale Hypertonie (CTEPH) als einzige durch chirurgische oder interventionelle Eingriffe heilbar. Wir sprachen mit Univ.-Prof. Dr. Irene Lang, Leiterin der Ambulanz für Lungengefäßerkrankungen am Wiener AKH.

I. Lang: Die Geschichte des Lungenhochdrucks in Österreich wurde geprägt durch die Aminorex-Epidemie, die in den 60er-Jahren begonnen hatte. Aminorex war einer der Appetitzügler, die sich aufgrund des damals neuen, sehr schlanken Schönheitsideals großer Nachfrage erfreuten. Aminorex schwächt das Hungergefühl durch die Wiederaufnahmehemmung von Serotonin aus dem synaptischen Spalt und eine rasche Freisetzung von Katecholaminen. Das führt zu einer Überaktivierung des sympathischen Systems und zum Remodelling der Lungengefäße. Aminorex wurde zwar schon Ende der 60er-Jahre vom Markt genommen, aber es kamen Nachfolgesubstanzen, wie Fen-Phen, die Kombination aus Fenfluramin und Phentermin, die ebenfalls zu PAH führten und erst in den frühen 1990er-Jahren aus dem Verkehr gezogen wurden. Bis das geschah, haben viele Ärzte – darunter auch ich – Briefe an die Journals geschrieben, denn Fen-Phen wurde als Antwort auf die in den USA um sich greifende Adipositasepidemie als effektiver Appetitzügler propagiert. Es folgte ein Aufschrei in der Lungenhochdruck-Community, denn man betrachtete es als unethisch, für die Gewichtsreduktion eine andere todbringende Krankheit zu riskieren. In der Folge hat sich der Appetitzüglerkonsum als gehäuftes Auftreten pulmonalarterieller Hypertension (PAH) abgebildet. Das war in Wien so, das war in Deutschland so und das war auch in der Schweiz so. Und diese drei Länder haben sich zusammengetan und den Zusammenhang zwischen der Einnahme von Appetitzüglern und dem Auftreten von schwerem Lungenhochdruck nachgewiesen.

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