
Effektive Behandlung mit Cabozantinib bei vorbehandelten Patienten
Bericht: Dr. Ine Schmale
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Bei RAI-refraktären Schilddrüsenkarzinompatienten, die einen Progress nach oder unter VEGFR-gerichteter Therapie erlitten haben, erweist sich Cabozantinib laut den beim Jahreskongress der American Society of Clinical Oncology (ASCO) 2021 präsentierten Ergebnissen der COSMIC-311-Studie als potenzielle neue Therapieoption.
Für Schilddrüsenkarzinom-Patienten mit Radiojodtherapie(RAI)-refraktärer Erkrankung und Progress unter gegen VEGFR (Vascular Endothelial Growth Factor Receptor) gerichteten Therapien existiert derzeit kein Therapiestandard. Der Tyrosinkinaseinhibitor Cabozantinib zeigte in Phase-I/II-Studien bereits klinische Aktivität für diese Patientenpopulation, welche nun in der randomisierten, doppelblinden Phase-III-Studie COSMIC-311 bestätigt wurde.
Eingeschlossen wurden Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Schilddrüsenkarzinom, die RAI-refraktär waren oder für eine RAI nicht infrage kamen, einen radiologischen Progress während oder nach Therapie mit bis zu zwei VEGFR-Therapien aufwiesen, darunter zwingend Lenvatinib oder Sorafenib, und einem Serum TSH-Wert <0,5 mU/l. Die Patienten erhielten 2:1-randomisiert Cabozantinib (60 mg, qd) oder Placebo. Der Wechsel aus der Placebo- in den Verumarm war bei bestätigtem Progress nach RECIST 1.1-Kriterien erlaubt. Als co-primäre Endpunkte wurden die Ansprechrate der ersten 100 randomisierten Patienten und das progressionsfreie Überleben (PFS) der ITT-Population mit 300 Patienten geplant. Die Studie würde als positiv gewertet, wenn einer der beiden Endpunkte erreicht würde. Bei den letztendlich 187 eingeschlossenen Studienteilnehmern handelte es sich um median 65/66 Jahre alte Patienten, von denen 63% vor Studieneintritt Lenvatinib erhalten hatten.
Mit einer medianen Nachbeobachtungszeit von 6,2 Monaten wurde eine 78%ige Reduktion des Progressrisikos beobachtet (HR: 0,22; 96% CI: 0,13–0,36; p<0,0001). Im Median waren die Patienten im Placebo-Arm 1,9 Monate (96% CI: 1,8–3,6) progressionsfrei, während im Cabozantinib-Arm der Median noch nicht erreicht war (96% CI: 5,7-nicht erreicht). Der PFS-Vorteil durch Cabozantinib wurde für allen präspezifizierten Subgruppen bestätigt. Ein Ansprechen wurde bei 15 versus 0% der ersten 100 eingeschlossenen Patienten unter Carbozantinib bzw. Placebo beobachtet, eine stabile Erkrankung bei 69 versus 42% und eine mindestens 16 Wochen anhaltende stabile Erkrankung bei 45 versus 27% der Patienten. Eine Reduktion jedweder Größe wurde bei 76 versus 29% der Patienten gesehen. Mit einem p-Wert von 0,028 war die definierte statistische Signifikanz (p<0,01) für die Ansprechrate nicht erreicht. Mit 17 Ereignissen bei 125 Patienten im Cabozantinib-Arm und 14 Ereignissen bei 62 Patienten im Placebo-Arm waren die Ergebnisse zum Gesamtüberleben (OS) noch unreif. Die (nicht signifikante) OS-bezogene Risikoreduktion betrug 46% (HR: 0,54; 95% CI: 0,27–1,11). Das Sicherheitsprofil von Cabozantinib entsprach den bekannten Daten. Nebenwirkungen waren mit supportiver Behandlung, Dosisverzögerungen und Dosismodifikationen handhabbar.
Literatur
Brose MS et al.: Cabozantinib versus placebo in patients with radioiodine-refractory differentiated thyroid cancer who have progressed after prior VEGFR-targeted therapy: Results from the phase 3 COSMIC-311 trial. ASCO-Meeting 2021, Abstr. #6001
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