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Workshop „Lunge – Umwelt – Arbeitsmedizin“

Aliens, Allergene, Infektionskrankheiten: neue Gesundheitsrisiken durch Neobiota?

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Jatros
16. Mai 2019
Autor:
Assoc. Prof. Dr. Hans-Peter Hutter

<br>Medizinische Universität Wien<br> Abteilung für Umwelthygiene und Umweltmedizin<br> Zentrum für Public Health<br> E-Mail: kathrin.lemmerer@meduniwien.ac.at

Autor:
Kathrin Lemmerer, MSc

<p class="article-intro">Neben direkten Effekten wie Hitze und der Zunahme von Extremwetterereignissen sind mit dem Klimawandel auch indirekte Folgen für unsere Gesundheit verbunden: Veränderte Umweltbedingungen – insbesondere steigende Temperaturen – können die Ausbreitung gebietsfremder gesundheitsrelevanter Organismen begünstigen. Welche Herausforderungen ergeben sich daraus aus Public-Health-Sicht?</p>
<p class="article-content"><div id="keypoints"> <h2>Keypoints</h2> <ul> <li>Der mit dem Klimawandel einhergehende Temperaturanstieg beg&uuml;nstigt die Ansiedelung und Ausbreitung gebietsfremder Tier- und Pflanzenarten.</li> <li>Diese bringen Risiken f&uuml;r die Gesundheit mit sich, etwa Infektionen und bisher unbekannte Allergene.</li> <li>Es ist notwendig, verst&auml;rkt pr&auml;ventive Ma&szlig;nahmen zu setzen, um der Ausbreitung invasiver gebietsfremder Arten entgegenzuwirken, dazu z&auml;hlen auch Schutz und F&ouml;rderung heimischer Biodiversit&auml;t.</li> </ul> </div> <p>Dengue, Chikungunya und West-Nil- Fieber &ndash; exotisch klingende Krankheiten, die eher an tropische Gebiete denken lassen. Sie verbindet ein gemeinsamer potenzieller Vektor: Aedes albopictus (Abb. 1), auch als Asiatische Tigerm&uuml;cke bekannt und in den letzten Jahren vermehrt in den Schlagzeilen heimischer Medien zu finden. <br />Die urspr&uuml;nglich aus den asiatischen Tropen und Subtropen stammende Art ist ein prominenter Vertreter gesundheitsrelevanter &bdquo;Aliens&ldquo; bzw. &bdquo;Neobiota&ldquo;. Unter diesen Begriffen werden ganz allgemein gebietsfremde Tier-, Pflanzen- und Pilzarten sowie Mikroorganismen verstanden, die seit 1492 unter Mitwirkung des Menschen absichtlich oder unabsichtlich in ein neues Gebiet gelangen. Die Ausbreitungswege sind dabei vielf&auml;ltig und werden durch steigende Mobilit&auml;t bzw. globale Vernetzung beg&uuml;nstigt: &Uuml;ber internationalen Handel und damit verbundene Transportwege k&ouml;nnen Spezies &uuml;ber weite Entfernungen verschleppt werden und in neuen Regionen zum Teil gravierende Auswirkungen auf die biologische Vielfalt, aber auch auf die Gesundheit von Menschen und Nutztieren haben sowie hohe wirtschaftliche Sch&auml;den verursachen. <br />Nur ein verh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig geringer Teil der gebietsfremden Arten hat negative Folgen und wird als invasiv eingestuft. Invasive Neobiota z&auml;hlen unter anderem durch die Verdr&auml;ngung einheimischer Arten und Konkurrenzdruck, strukturelle Ver&auml;nderungen von Lebensr&auml;umen und die Ver&auml;nderung von Beziehungen zwischen Arten zu den wichtigsten Faktoren f&uuml;r den Verlust von Biodiversit&auml;t.</p>

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