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Antibiotische Prophylaxe bei transrektaler Prostatabiopsie

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Urologik
16. Mai 2019
Autor:
OA Dr. Tine Hajdinjak

Abteilung für Urologie<br> LKH Hochsteiermark, Leoben<br> E-Mail: tine.hajdinjak@gmail.com

<p class="article-intro">Die transrektale ultraschallgesteuerte Prostatabiopsie ist nach wie vor die am häufigsten verwendete Methode, um Prostatakrebs festzustellen. Obwohl es sich um ein sicheres Diagnoseverfahren handelt, können infektiöse Komplikationen auftreten, deshalb ist eine antimikrobielle Prophylaxe erforderlich. Nach wie vor sind Antibiotika aus der Chinolongruppe (Ciprofloxacin, Levofloxacin oder Prulifloxacin) die am häufigsten verwendeten Präparate für diesen Zweck.<sup>1</sup><br> Zunehmende Resistenzraten und ein steigendes Bewusstsein für Chinolon-Nebenwirkungen haben die Besorgnis hinsichtlich der optimalen Auswahl des antibiotischen Schemas erhöht.</p>
<p class="article-content"><div id="keypoints"> <h2>Keypoints</h2> <ul> <li>Levofloxacin oder Prulifloxacin zeigen nach wie vor die niedrigsten Resistenzraten bei gramnegativen Isolaten aus rektalen Abstrichen.</li> <li>Heutzutage sind kurze (1 Tag), aber verst&auml;rkte Schemas (z. B. 1 Gabe Levofloxacin kombiniert mit Fosfomycin, Amikacin oder Ceftriaxon) der Standard.</li> <li>Rektalabstriche werden immer &ouml;fter routinem&auml;&szlig;ig vor transrektalen Prostatabiopsien verwendet.</li> <li>Trotz gezielter Prophylaxe (Rektalabstrich) und Kombination von zwei Antibiotika k&ouml;nnen Komplikationen nicht komplett verhindert werden &ndash; bei Nachweis von Resistenzen im rektalen Abstrich ist der beste Weg eine transperineale Biopsie in LA.</li> </ul> </div> <h2>Trotz abstrichgerechter Antibiose kommt es zu Infektionen</h2> <p>Eine Arbeitsgruppe aus Okayama, Japan, 2 hat gezeigt, dass bei Patienten, die im Rektalabstrich vor der Biopsie Chinolon- resistente E. coli aufwiesen, ein Wechsel von Levofloxacin auf in vitro sensible Betalaktamantibiotika zu deutlich mehr Komplikationen f&uuml;hrt als ein verst&auml;rktes Schema (Levofloxacin kombiniert mit Amikacin). Aber auch dieses verst&auml;rkte Schema konnte Fieber nach der Biopsie nicht komplett verhindern &ndash; Komplikationen traten auf, auch wenn E. coli sensibel auf Amikacin war. Als Schlussfolgerung wurde empfohlen, bei Patienten, die im rektalen Abstrich Chinolon-resistente gramnegative Isolate aufweisen, auf eine transperineale Biopsie auszuweichen, anstatt mehrere zus&auml;tzliche Antibiotika zu verwenden.</p>

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