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HIF-1α-Modulation

Hoffungsvoller Ansatz für Anti-Aging Skin Care und Haarregeneration

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Leading Opinions
29. August 2019
Autor:
Dr. Dr. med. Dominik Duscher

Abteilung für Plastische Chirurgie, Johannes-Kepler-Universität, Linz<br> Tomorrowlabs GmbH, Wien<br> Klinik und Poliklinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie, Technische Universität München<br> E-Mail: dominik.duscher@mri.tum.de

Autor:
Dr. Dominik Thor, Msc (Pharm.)

College of Pharmacy, University of Florida<br> Tomorrowlabs GmbH, Wien

Autor:
Dr. med. univ. Maximillian Zaussinger

Abteilung für Plastische Chirurgie, <br>Johannes-Kepler-Universität, Linz

<p class="article-intro">Fachdisziplinen wie die plastische Chirurgie oder auch die ästhetische Dermatologie haben sich die Verzögerung des Alterungsprozesses und den Erhalt eines jungen Erscheinungsbildes zur Aufgabe gemacht. In einer immer besser informierten Gesellschaft nehmen Kenntnisse über Wirkprinzipien und Evidenz von kosmetischen Produkten einen hohen Stellenwert ein. Ein besonders vielversprechender Ansatz, welcher den Kampf gegen altersbedingte Defizite der Haut und ihrer Anhangsgebilde nachhaltig prägen wird, ist die Modulierung des HIF-1α-Signalwegs.</p>
<p class="article-content"><div id="keypoints"> <h2>Keypoints</h2> <ul> <li>Moderne Anti-Aging-Behandlung von Haut und Haaren zielt vermehrt auf die Regenerationsf&auml;higkeit der Zelle ab.</li> <li>Der Transkriptionsfaktor HIF-1a nimmt eine Schl&uuml;sselrolle in der Versorgung der Haut mit Blut und wichtigen N&auml;hrstoffen ein, wodurch auch das Haarwachstum gef&ouml;rdert wird.</li> <li>Eisenkomplexbildner f&uuml;hren zu einer gesteigerten Aktivierung des HIF-1a-Signalweges. Diese Funktionalit&auml;t kann man sich in bioregenerativen Anwendungen zunutze machen.</li> </ul> </div> <p>Die letzten Jahre hindurch hat das Verst&auml;ndnis &uuml;ber die biologischen Prozesse des &laquo;Alterns&raquo; deutlich zugenommen, was die Behandlungsm&ouml;glichkeiten im Bereich der minimal invasiven kosmetischen Verfahren massgeblich beeinflusst hat. Durch den Wandel der Gesellschaft, welche zunehmend aktiver sowie aufgeschlossener ist, kommt es immer h&auml;ufiger zu einer Auseinandersetzung mit den unerw&uuml;nschten Folgen des &Auml;lterwerdens. Auch wenn sich insbesondere im Bereich der minimal invasiven Verfahren viel getan hat, halten die etablierten Ans&auml;tze kaum Schritt mit den &auml;sthetischen Anspr&uuml;chen der Patienten. Behandlungskonzepte wie Botulinumtoxin A oder injizierbare Filler, wie Hyalurons&auml;ure, nehmen einen nach wie vor unumstrittenen Stellenwert in der minimal invasiven Anti-Aging-Therapie ein. Trotzdem geht der Trend in Richtung regenerativer Ans&auml;tze und neuste Therapiekonzepte zielen verst&auml;rkt auf die molekulare/ zellul&auml;re Ebene ab.<br /> Das Erscheinungsbild der Haut wird durch die sogenannte intrinsische und extrinsische Hautalterung bestimmt. Die intrinsische Alterung bzw. endogene Alterung bezeichnet das physiologische chronologische Altern der Haut. Die wesentlichen Faktoren sind die genetische Veranlagung und der Hormonhaushalt (hormonelle Ver&auml;nderungen im Alter wie Menopause/Wechseljahre). Die extrinsische Hautalterung wird durch Photoaging, induziert durch ultraviolettes Licht (UV-A und UV-B), durch Zigarettenrauch sowie Hitze- und K&auml;lteeinwirkungen verursacht.<sup>1</sup> Der morphologische Alterungsprozess der Haut zeichnet sich durch strukturelle Ver&auml;nderungen wie die Abnahme der Dicke der Epidermis, einen signifikanten Umbau des elastischen und kollagenen Faserger&uuml;sts der Dermis sowie einen zunehmenden Verlust von Volumen der Subkutis aus. Sichtbare und charakteristische Zeichen des alternden Gesichts sind vor allem die Ptosis genannte Lockerung des bindegewebigen Halteapparates der Haut und ein genereller Elastizit&auml;tsverlust.<br /> Volles, gesundes Haar ist ebenso wie sch&ouml;ne Haut ein mit Jugend assoziiertes biologisches Charakteristikum. Prinzipiell unterliegt Haarwachstum dabei einem dreiphasigen Zyklus (Abb. 1). Klassischer Haarausfall (Alopecia androgenetica oder androgenetische Alopezie, AGA) tritt bei &uuml;ber 80 % der M&auml;nner und 50 % der Frauen w&auml;hrend der Lebenszeit auf, insbesondere in der zweiten Lebensh&auml;lfte, oft aber schon fr&uuml;her. Schuld daran sind vornehmlich Androgene, also m&auml;nnliche Sexualhormone. Diese werden von M&auml;nnern und Frauen produziert, wenn auch in unterschiedlichem Umfang. Erbliche Pr&auml;disposition kann dazu f&uuml;hren, dass die Haarfollikel (Haarwurzel) bei manchen Menschen sensibler auf diese Hormone reagieren als bei anderen. N&auml;hrstoff zuf&uuml;hrende Blutgef&auml;sse bilden sich in diesem Fall zur&uuml;ck und der Follikel verk&uuml;mmert langsam. Das resultiert &uuml;ber die Jahre in einer immer weiter verk&uuml;rzten Wachstumsphase des Haars, dessen &auml;usserliche Folge k&uuml;rzeres, d&uuml;nneres und kraftloses Haar ist &ndash; die typischen Merkmale fortschreitenden Haarausfalls.<br /> Studien haben gezeigt, dass diese Ver&auml;nderungen der Haut und ihrer Anhangsgebilde auch direkt mit der im Alter zunehmenden Einschr&auml;nkung der regenerativen F&auml;higkeiten unserer Haut in Zusammenhang stehen &ndash; ausgedr&uuml;ckt durch eine verringerte Aktivit&auml;t des &laquo;Hypoxia inducible factor 1 alpha&raquo; (HIF-1&alpha;). Dieser zellul&auml;re Transkriptionsfaktor steuert die k&ouml;rpereigene Reaktion auf Zellstress, Verletzungen und Durchblutungsst&ouml;rungen,<sup>2</sup> Reaktionskaskaden, die sowohl bei der Hautregeneration als auch beim Haarwachstum zentrale Rollen spielen.</p>

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